Horst Gunkel : Die Jesus-Trilogie – Band 1


Jesus - die erste Indienreise

Ein plausibler Entwicklungsroman


Kapitel 23  Bodh Gaya und die Weiße Wolke

Audiodatei  07.09.2026 (41 Min.)


Begriffserläuterungen zu Kapitel 23

Anattā – „Nicht-Ich“; da alles in Abhängigkeit von Bedingungen Entstandene vergänglich ist, kann es keinen festen unver­änderlichen Wesenskern haben, also gibt es auch nicht so etwas wie ein festes „Ich“, eine der drei buddhistischen Grunderkenntnisse über alles Existierende (die anderen sind Dukkha und Annicca); der anattā-Gedanke ist das Allein­stellungsmerkmal des Buddhismus.

Anicca – Vergänglichkeit; alles was in Abhängigkeit von Bedingungen entstanden ist, verändert sich und vergeht, eines der drei Lakshanas, der Grunderkenntnisse über alles Existierende (die anderen sind Dukkha und Anattā = Egolosigkeit). Anicca ähnelt dem abend­ländischen Vanitasgedanken.

Ātmanindisches Wort für Seele, im Hinduismus ein fester uns innewohnender Wesenskern, der von einem Leben ins nächste weiterwandert und das Ziel hat sich irgendwann mit dem Brahman, dem Göttlichen, zu vereinen. Der Buddha verwarf den Glauben an einen ātman. Der Geist besteht – wie der Körper – aus einer Vielzahl von einzelnen Prozessen, die sich in Abhänigkeit sich wandelnder Bedingungen ständig ändern.

Batate – Süßkartoffel, damals in Indien beliebte Grundlage für verschiedenste Eintopfgerichte.

Bhārat Gaṇarājya – (Sprache: Hindi) indische Bezeichnung für Indien

Bodh-Gaya – Stelle, an der der Buddha seine Erleuchtung erreichte. Das Wort ist zusammengesetzt aus bodh- (Erwachen, Erleuchtung) und Gaya (Name der nahegelegenen Stadt)

Brahmanen – eine der Kasten im Hinduismus, nur Brahmanen dürfen religiöse Rituale vollziehen

Buddha – wörtlich: Erwachte/r; eine Person, die das Ziel des Buddhismus erreicht hat und damit befreit ist von den Fesseln des Ichglaubens.

Dharma – hier gewöhnlich die Bezeichnung für die Lehren des Buddha. Das Wort bedeutet Wahrheit, (Natur-)Gesetz, Wissenschaft, Lehre.

Dukkha – ein zentraler Begriff der Lehre Buddhas, am einfachsten mit „Unvollkommenheit“ oder „Unzulänglichkeit“ zu übersetzen, besser wäre „das Gefühl, dass etwas letztendlich nicht vollkommen zufriedenstellend ist. Älteste Übersetzungen von Buddhas Lehre übersetzten „Leiden“, was dazu führte, dass der Buddhismus als pessimistisch galt.

Erhabener – Anrede für den Buddha, wird nur von seinen Anhängern verwendet. In anderen östlichen Religionen teilweise auch Anrede für den Religionsstifter oder Guru.

Erwachen – andere spirituelle Traditionen sprechen von Erleuchtung, im Buddhismus verwenden wir besser den Ausdruck „Erwachen“ für das, was der Buddha erreicht hat. Während unter „Erleuchtung“ jeder etwas anderes verstehen kann, beschreibt „Erwachen“ das spezifisch Buddhistische, die Tatsache, dass die erwachte Person die drei Wesensmerkmale dukkha, anicca und anattā völlig verwirklicht hat. Es ist für die erwachte Person so, als sei alles, was vorher war, so absurd und unlogisch wie ein Traum, daher der Ausdruck „Erwachen“.

Erwachter – die deutsche Übersetzung von „Buddha”

Kaste – die indische Gesellschaft wird gemäß der hinduistischen Religion in streng voneinander abgetrennte Kasten eingeteilt, die wichtigsten Kasten sind die Brahmanen (Sanskrit: brāhmaṇa = Priester), katriya (Sanskrit: Adel, Krieger, Beamte) und die vaiśya (Sanskrit: Kaufleute, Händler, Großgrundbesitzer) und śūdras (Sanskrit: Arbeiterklasse incl. Handwerker), darunter stehen die Dalits (Kastenlose, Unberührbare). Auf diese Art schuf der Hinduismus eine Apartheidsgesellschaft mit einer arischen Mittel- und Oberschicht, und einer indigenen Bevölkerung, die man nicht einmal berühren durfte; so sollte eine Rassenvermischung verhindern werden.

Katriya (Sanskrit) höchste indische Kaste, umfasst Adel, Krieger, Beamte

Lakṣaṇas, drei – buddh. Grunderkenntnisse über die Natur alles (in Abhängigkeit von Bedingungen) Entstandene (Annica, Anattā, Dukkha)

Mahāsāṅghika – (Große Gemeinde) Name einer frühen Schulrichtung des Buddhismus. Sie entstand 137 Jahre nach dem Tod (Eingang ins Nirwana) des Buddha, kurz nach dem zweiten Konzil von Vaiśālī. Hiermit hat sich gewissermaßen die spätere Spaltung in Theravada und Mahayana angekündigt.

Mahāyana – eine der beiden Hauptrichtungen des Buddhismus. Das Mahāyana („großes Fahrzeug“) betont, dass jeder, der Buddhismus praktiziert, erleuchtet werden kann, keineswegs nur Mönche und Nonnen. Sein Ideal ist der Bodhisattva, ein Wesen, das mit Mitgefühl und Weisheit handelt, um alle Wesen zur Buddhaschaft, zum Erwachen, zu führen.

Nazareth kleiner Ort in Galiläa. Hier wuchs Jesus auf. Das „N“ in der Kreuzinschrift weist auf seine Herkunft hin (Jesus von Nazareth, König der Juden).

Pāḷi – Pāḷi ist eine Schriftsprache, in der in erster Linie buddhistische Texteniedergeschrieben sind, sie wurde vom 6. Jhd. v. u. Z. bis zum 10 Jhd. u. Z. verwendet (mittelindische Zeit), ältere Texte sindaltindisch, die zuständige Schriftsprache ist Sanskrit. Es wird angenommen, dass Pāḷi aus dem Dialekt Magadhi abgeleitet wurde, dem Dialekt, der in Maghada, gesprochen wurde, einem der nordindischen Staaten, in dem sich derBuddha oft aufhielt. Das Wort Pāḷi bedeutet „Textzeile“, woraus schon deutlich wird, dass es sich umeine typische Schrift­sprache handelt.

Pāḷi-Kanon – älteste Schriftensammlung des Buddhismus, hier sind u.a. die Lehrreden des Buddha enthalten

Pataliputra – Die Stadt (das heutige Patna) an der Mündung des Son in den Ganges wurde zu Buddhas Zeit von König Ajatasattu (unter dem namen Pataligama) gegründet worden. Ajatasattus Sohn Udayin machte sie dann zur Hauptstadt des Königreiches Maghada. Sowohl der Buddha als auch Mahavira besuchten die Stadt mehrfach und im Jahr 253 v.u.Z. fand hier das dritte buddhistische Konzil statt.

Puruschapura Heute heißt die Stadt am östlichen Ausgang des Chaiber-Passes Peschawar und hat 2 Mio. Einwohner; zu Jesu´ Zeiten war die Stadt erst vor wenigen Jahrzehnten von den buddhistischen Königen Gandharas gegründet worden.

Rabbiner - das ist ein Funktionsträger in der Jüdischen Religion. Seine Hauptaufgabe ist es, die Tora (ein Teil des Tenach) zu lehren. Die Grundform des Rabbiners entwickelte sich, als sich gelehrte Lehrer versammelten, um die schriftlichen und mündlichen Gesetze des Judentums zu kodifizieren.

Sādhu – wörtlich „Heiliger“, Bezeichnung für spirituelle Sucher, die häufig obdachlos sind, Sadhus gab es schon zu Buddhas Zeiten in Indien, aber auch heute noch. Der Ausruf „Sadhu-sadhu-sadhu!“ wird in buddh. Kreisen als feierlich-freudiger Ausruf verwendet.

Sāla = Salbaum ist ein tropischer langsam wachsender Baum, der bis zu 30 Meter hochwerden kann. In Indien gibt es ganze Wälder mit Salbäumen. Der botanische Name ist Shorea Robusta. Der Baum kann 100 Jahre altwerden. Der Buddha wurde unter einem Salbaum geboren und starb später auch zwischen zwei Salbäumen. Der Baum hat in der indischen Mythologie eine besondere Bedeutung. Es heißt, dass Königin Maya ihren Sohn unter einem Salbaum geboren hat. Ihr Sohn Siddhartha Gautama wurde später durch seine Erleuchtung zum Buddha. Im Buddhismus wird die kurze Blütezeit des Salbaumes als Symbol fürdie Vergänglichkeit verwendet. 

Śūdras - (Sanskrit) = Arbeiterklasse incl. Handwerker, vierte (und niedigste) der Großkasten, darunter gab es sog. „Unberührbare“

Theravāda eine der frühen Schulen des Buddhismus, die einzige Hinayana-Richtung, die noch existiert. Theravāda bedeutet „Schule der Älteren“, was darauf hinweisen soll, dass ihre Anhänger den Buddhismus so praktizieren, wie das der Buddha selbst gemacht hat. Bei ihnen stehen die Lehrereden des Pāḷi-Kanon, der ältesten buddh. Schriften im Mittelpunkt.

Vaiśya –– (sanskr.) ist im indischen Kastensytem die Bezeichnung für die aus Kaufleuten, Händlern, Geldverleihern und Groß­grund­besitzern bestehende dritte Kaste der traditionellen vier Kasten des Hinduismus.

Veden – heilige Schriften des Hinduismus. Die vier klassischen Veden sind Rigveda, Samaveda, Yajurveda und Atharveda. Alle hinduistischen Religionen akzeptieren die Unantastbarkeit dieser vier Veden, jedoch rechnen einzelne Glaubensrichtungen individuell oft noch weitere Schriften hinzu.


Fußnoten

Der Buchtext enthält zahlreiche Fußnoten, die teils auf Bibelzitate verweisen, teils auf andere Quellen. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass man erkennt, wie diese Erzählung sich so gut wie möglich an die Realität hält. Diese Fußnoten fehlen aus technischen Gründen in der Audiodatei. Wer Wert auf diese Zusammenhänge legt, der sei auf das Buch verwiesen.


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