Horst Gunkel : Die Jesus-Trilogie – Band 1
Jesus - die erste Indienreise
Ein plausibler Entwicklungsroman
Kapitel 15 Jesus fasst einen Entschluss Audiodatei 13.07.2026 (44 Min.)
Begriffserläuterungen zu
Kapitel 15
Antioch – war eine der Hauptstädte des Seleukidenreiches, Neugründung im Jahre 300 v.u.Z. (nach einem Erdbeben). Die Stadt heißt heute Antakya und liegt im äußersten Süden der Türkei an der syrischen Grenze (nahe Aleppo). 64 v.Chr. verleibte sich das Römische Reich die Reste des Seleukidenreiches ein, Antioch wurde zur Hauptstadt der Provinz Syrien (neben Ägypten die reichste Provinz des Römischen Reiches). Zu Jesu Zeiten hatte Antioch 500.000 Einwohner und war damit eine der vier größten Städte des Reiches (neben Rom, Alexandria und Karthago). Der indische buddhistische Kaiser Aśoka (er regierte 268–232 v. Chr.) hat in seinem 13. Felsenedikt erklärt, wohin er buddhistische Missionare entsandt habe, u.a. zu König Amtiyoka von Syrien (d.i. Antiochos II. Theos, 261–246 v. Chr.).
Arūpa Jhānas – Die höheren Vertiefungen (ab der fünften Vertiefung) werden als arūpa jhānas (formlose Vertiefungen) bezeichnet, da hier keine Körperlichkeit (Körper = rupa) mehr empfunden wird, die Trennung zwischen einem empfindenden Ich und einer empfundenen „Umwelt“ existiert nicht mehr.
Āsana - deutsch ‚der Sitz‘; hierunter werden überwiegend ruhende Körperstellungen im Yoga bezeichnet. Wichtig bei der Ausübung ist das bewusste Hineingehen, der richtige Atem, bewusstes Halten und das bewusste Auflösen des Asana. Yoga-Āsanas sollen bei ihrer Ausführung immer zwei Qualitäten enthalten: Stabilität und Wohlbefinden (sthira-sukham āsanam. Yogasutra 2.46).
Ashram – bezeichnet ursprünglich die Einsiedelei eines indischen Asketen, heute jedoch ein klosterähnliches Meditationszentrum einer hinduistisch beeinflussten Sekte an dem Anhänger einer spirituellen Lehre leben und sich unterweisen lassen. Den spirituellen Leiter und Führer eines Ashrams nennt man Guru.
Benares – (heute: Varanasi im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh, die bis auf das 11. Jh. v.u.Z. Zurückgeht). Es ist die Stadt, wo der Buddha erstmals den Dharma darlegte. Sie gilt als spirituelle Hauptstadt Indiens und zieht noch heute unzählige Hindu-Pilger an, die hier im heiligen Wasser des Ganges baden und Bestattungsrituale vornehmen. In den gewundenen Straßen der Stadt liegen rund 2.000 Tempel.
Brahmanen – eine der Kasten im Hinduismus, nur Brahmanen dürfen religiöse Rituale vollziehen
Buddha – wörtlich: Erwachte/r; eine Person, die das Ziel des Buddhismus erreicht hat und damit befreit ist von den Fesseln des Ichglaubens.
Dharma – hier gewöhnlich die Bezeichnung
für die Lehren des Buddha. Das Wort bedeutet Wahrheit,
(Natur-)Gesetz, Wissenschaft, Lehre.
Fakir - Der Ausdruck wird für heimat- und besitzlos umherwandernde Hindu-Asketen verwendet und für Sadhus, die ihre teilweise bizarren Künste vor Publikum demonstrieren, z.B. wie sie scheinbar ohne sichtbare Schmerzen Dinge tun, die normalerweise überaus peinvoll sind. (Im isalmischen Sufismus ist der Begriff anders besetzt.)
Furtbereiter - Die geistigen Führer des Jainismus werden als Tirthankaras („Furtbereiter“) bezeichnet, um ihre Funktion als Mittler zwischen der materiellen und der spirituellen Welt zu verdeutlichen. Es soll insgesamt 24 Furtbereiter gegeben haben, nur die letzten beiden sind historisch belegt. Der letzte Furtbereiter war Mahavira.
Ganesh – oder Ganesha ist eine der beliebtesten Formen des Göttlichen im Hinduismus. Die elefantenköpfige Gottheit ist überaus populär und ihr Geburtstag (zwischen Mitte August und Mitte September) ist für viele Hindus der höchste Feiertag. In Mumbai ist seine Verehrung nur mit der Marienverehrung in einige Katholischen Ländern zu vergleichen, sein Geburtstag ist dort das höchste Fest, es gibt Gottesdienste und Prozessionen mit unzähligen Statuen von ihm, diese werden zum Abschluss im Meer versenkt.
Guru – spiritueller Lehrer und/oder Anführer
Hinduismus – Mehrheitsreligion in Indien schon zu Zeiten des Buddha und bis heute
Jainismus –
Der
Jainismus ist eine indische Religion, die es seit etwa 3500
Jahren gibt (teilweise wir er auf noch älter geschätzt. Seine
großen Lehrer werden als „Furtbereiter“ bezeichnet, weil sie die
Furt auf gezeigt haben, zu denen es an das andere Ufer (Nirwana)
geht. Historisch belegt ist der letzte dieser Furtbereiter, Mahavira der zur gleichen Zeit lebte wie der
Buddha. Er war radikaler als der Buddha und gewissermaßen sein Konkurrent
auf dem Markt der neuen Religionen Indiens vor 2500 Jahren. Im
Gegensatz zum Buddhismus ist der Jainismus in Indien niemals verschwunden.
Heute bekennen sich in Indien mindestens fünf Millionen Menschen
zum Jainismus. Der
wohl weltweit berühmteste Inder bis heute – Mahatma Gandhi, ein
gläubiger Hindu
– stand dieser Religion nahe, deren Anhänger eine radikale
Gewaltlosigkeit zu leben versuchen.
Kaste – die indische Gesellschaft wird gemäß der hinduistischen Religion in streng voneinander abgetrennte Kasten eingeteilt, die wichtigsten Kasten sind die Brahmanen (Sanskrit: brāhmaṇa = Priester), kṣatriya (Sanskrit: Adel, Krieger, Beamte) und die vaiśya (Sanskrit: Kaufleute, Händler, Großgrundbesitzer) und śūdras (Sanskrit: Arbeiterklasse incl. Handwerker), darunter stehen die Dalits (Kastenlose, Unberührbare). Auf diese Art schuf der Hinduismus eine Apartheidsgesellschaft mit einer arischen Mittel- und Oberschicht, und einer indigenen Bevölkerung, die man nicht einmal berühren durfte; so sollte eine Rassenvermischung verhindern werden.
Kṣatriya (Sanskrit) höchste indische Kaste, umfasst Adel, Krieger, Beamte
Magadha – Staat im Norden Indiens z. Z. des Buddha. M. war etwa so großwie Hessen und stand in Konkurrenz zum Nachbarstaat Kosala.
Mahāvira - wörtl.: „großer Held“ gilt vielen als der Begründer der indischen Religion Jainismus, die etwa zeitgleich mit dem Buddhismus entstanden ist. Die Lehre des Jainismus existiert in Indien bis auf den heutigen Tag; außerhalb des Subkontinents konnte sie jedoch – im Gegensatz zur Lehre Buddhas – nie nennenswert Fuß fassen.
Mettā Bhāvanā – Meditation zur Schaffung von Bedingungen damit Mettā entsteht, normalerweise in fünf Phasen geübt (1) Mettā für sich selbst, (2) für einen guten, edlen Freund/Freundin, (3) für eine neutral besetzten Person, (4) für eine schwierige Person (Feind) und (5) für allen fühlenden Wesen.
Nazareth – kleiner Ort in Galiläa. Hier wuchs Jesus auf. Das „N“ in der Kreuzinschrift weist auf seine Herkunft hin (Jesus von Nazareth, König der Juden).
Rājagṛha – zu Buddhas Zeiten die Hauptstadt des Königreichs Maghada. Hier fand kurz nach Buddhas Tod das erste buddhistische Konzil statt. Heute ist die 50.000 Einwohner zählende Stadt relativ unbedeutend, sie heißt jetzt Rajgir und liegt im indischen Bundesstaat Bihar. In unmittelbarer Nähe lag die größte buddhistische Universität, wo gleichzeitig etwa 15.000 Studierende von 1000 Professoren unterrichtet wurden (Diese Zahlen beziehen sich aufs 5. Jhd. u.Z.)
Śūdras - (Sanskrit) = Arbeiterklasse incl. Handwerker, vierte (und niedigste) der Großkasten, darunter gab es sog. „Unberührbare“
Vaiśya –– (sanskr.)
ist im indischen Kastensytem die Bezeichnung für die aus
Kaufleuten, Händlern, Geldverleihern und
Großgrundbesitzern bestehende dritte Kaste
der traditionellen vier
Kasten des Hinduismus
Veden – heilige Schriften des Hinduismus. Die vier klassischen Veden sind Rigveda, Samaveda, Yajurveda und Atharveda. Alle hinduistischen Religionen akzeptieren die Unantastbarkeit dieser vier Veden, jedoch rechnen einzelne Glaubensrichtungen individuell oft noch weitere Schriften hinzu.
Yoga – das indogermanische Wort ist gleichbedeutend mit dem Deutschen „Joch“ (anjochen, anschirren, zusammenbinden), was eindeutig auf Diszipilierung hinausläuft. Yoga ist eine aus Indien stammende philosophische Lehre (vgl. Yogacara), wer sie praktiziert ist Yogi bzw. Yogini. In Europa und Nordamerika wurden bis vor kurzem unter dem Begriff Yoga oft nur körperliche Übungen verstanden – die Asanas oder Yogasanas – und der Begriff somit weitgehend mit Hatha Yoga gleichgesetzt.
Yogacara - „Nur-Geist-Schule“, eine Schulrichtung des Mahayana, geht davon aus, dass der Geist das Ursprüngliche sei und alles andere, alles Materielle nur eine Projektion des Geistes ist.
Yogi – eigentlich ein Yoga-Übender, das Wort wird (wie hier) jedoch auch im indischen Kulturraum benutzt, um asketische Meditationsmeister zu bezeichnen.
Fußnoten
Der Buchtext enthält zahlreiche Fußnoten, die teils auf Bibelzitate verweisen, teils auf andere Quellen. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass man erkennt, wie diese Erzählung sich so gut wie möglich an die Realität hält. Diese Fußnoten fehlen aus technischen Gründen in der Audiodatei. Wer Wert auf diese Zusammenhänge legt, der sei auf das Buch verwiesen.
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